Positionspapier des Wirtschaftsforum Helgoland e.V. 2021-03

Helgoland, 12. Februar 2021

Ausgangslage

In den letzten Jahren hat sich Helgoland erfolgreich als Ganzjahresinsel positioniert. Mit teilweise erheblichem Aufwand haben viele Betriebe im Winter geöffnet. Ein Wintertourismus hat sich als zarte Pflanze entwickelt.

Die Corona-Pandemie hat auch darauf einen negativen Einfluss. Der Lockdown hat die Betriebe, die auch in diesem Winter 20/21 öffnen wollten, besonders hart getroffen. Seit Ende Oktober trifft sie der Lockdown. Ein Ende ist nicht absehbar.

Helgoland besonders hart getroffen

Der erste Lockdown im Sommer 20 war mit knapp zwei Monaten erheblich kürzer. Diesen Winter wird der Lockdown wesentlich länger andauern. Wir gehen von mindestens 5 Monaten ab Ende Oktober 2020 aus.

Betroffene Betriebe haben Anspruch auf November- und Dezemberhilfen sowie das Überbrückungsgeld 3. Während die ersten Hilfen mit bis zu 75% der Vorjahresumsätze üppig ausgestattet erscheinen (Basis sind die geringen Winterumsätze), deckt die Überbrückungshilfe bis zu 90% der Fixkosten. In jedem Fall müssen die Unternehmen zusetzen. Eine vollständige Entschädigung der pandemiebedingten Zwangsschließung hat der Bund nicht eingeführt. Die Hilfen werden nur schleppend gewährt. Zahlungen kommen in Abschlägen und erheblich verspätet. Zudem kam die Mehrwertsteuersenkung in der Gastronomie auf Helgoland nicht an. Helgoländer Betriebe sind daher per se schlechter gestellt als ihre Kollegen auf dem Festland.

Die Betriebe, die auf eine Wintersaison setzten, müssen für die Zwangsschließung wesentlich größere Verluste einplanen als andere Betriebe, die im Winter nicht von vornherein keine Öffnung geplant hatten.

Erstattung Tourismusabgabe in 2020

Als besonders hilfreich hat sich auf Helgoland die Rückerstattung der Tourismusabgabe im Sommer 2020 erwiesen. Für die zweimonatige Schließung wurden die Zahlungen der Tourismusabgabe aus 2019 rückvergütet.

Das Wirtschaftsforum Helgoland fordert:

Festlegung auf gemeinsames Ziel:
- Rückvergütung einer Tourismusabgabe an die im Winter 20/21 theoretisch geöffneten Betriebe

- Stundung der Gewerbesteuerforderungen bis in den Sommer

Was im Sommer funktionierte, sehen wir als gutes Modell auch für den Winterlockdown an. Wir fordern daher von der Gemeinde Helgoland, den Betrieben, die vom erneuten Lockdown im Winter 20/21 betroffen sind – da ein Winterbetrieb geplant war -, eine ähnliche Rückvergütung zu gewähren: Die Betriebe, die auch im Winter 19/20, also insgesamt für 12 Monate durchgehend geöffnet hatten, sollen eine Vergütung in Höhe der zweifachen Tourismusabgabe aus 2019 bekommen. Das Berechnungsprocedere hat bereits einmal funktioniert. Die Berechnungsdaten liegen vor. Der Verwaltungsaufwand ist überschaubar.

Der Winterlockdown ist mehr als doppelt so lang wie der erste Lockdown. Darum halten wir eine Erhöhung der Vergütung im Vergleich zum Sommer 2020 für angemessen.

Gewerbesteuer stunden

Eine weitere Forderung zur Unterstützung der Inselwirtschaft betrifft die Gewerbesteuer. Viele Unternehmen bekommen gerade jetzt in der Zeit der Betriebsschließungen die Steuerbescheide zugestellt.

Den Betrieben wäre es eine große Hilfe, wenn die Zahlungsziele der Steuer auf einen Zeitpunkt gelegt werden könnten, wenn die Betriebe wieder geöffnet sein dürfen. Diese Maßnahme kostet wenig, bringt den Betrieben aber gerade jetzt, da Bundeshilfen nicht richtig fließen, eine erhebliche Entlastung der Liquidität.

Hand in Hand für Helgoland
Der Vorstand
Wirtschaftsforum Helgoland e.V.