Positionspapier des Wirtschaftsforum Helgoland e.V. 2021-04

Helgoland, 01. März 2021

Die Helgoländer Wirtschaft ist gut auf ein Ende des Lockdowns vorbereitet und schlägt einen Fahrplan für eine maßvolle Öffnung ab Mitte März vor.

Vorschlag: Fahrplan aus dem Lockdown

15.03.2021: Warm-Up-Phase

Gastronomie und Handel und sonstige Dienstleister dürften zunächst für die Helgoländer öffnen, um Hygienekonzepte und angepasste Betriebsabläufe zu testen

22.03.2021: Ende Lockdown

Gastronomie, Handel, Beherbergungswirtschaft und sonstige Dienstleister dürfen wieder Gäste aufnehmen. Die Gemeinde gibt dafür großzügig Außenflächen zur Nutzung frei, um eingeschränkte Innenraum-Kapazitäten ausgleichen zu können.
Die Luca-App wird zur digitalen Kontakt-Nachverfolgung genutzt. Führungen können mit begrenzter Kapazität (wie 2020) wieder angeboten werden.

Intensivierung des Schiffsverkehrs ab Cuxhaven für Urlauber und Tagesausflügler wie 2020) mit Corona-konform zugelassener Schiffskapazität

Aufnahme des Schiffsverkehrs ab Büsum mit der Lady von Büsum (wie 2020)

26.03.2021: Aufnahme des Schiffsverkehrs mit HSC Halunder Jet ab Hamburg (wie 2020)

01.04.2021: Wechsel von MS Lady von Büsum auf MS Funny Girl; MS Lady von Büsum wird ab Juli ergänzen

01.05.2021: HSC San Gwann ab Cuxhaven

Mit diesen Maßnahmen soll auf Helgoland ein moderat geregeltes Hochfahren des Tourismus ermöglicht werden. Hygienekonzepte, ein Testzentrum in Cuxhaven und Kontrollen sorgen für die Sicherheit zum Wohle aller. Es hat auf Helgoland bisher noch keine einzige 1:1-Übertragung des Virus stattgefunden. Das zeigt, dass die Hygienekonzepte im letzten Sommer mit ca. 200.000 Gästen gut funktioniert haben. Gerade mit der Luca-App soll eine sehr schnelle Nachverfolgung etwaiger Infektionsketten möglich werden, um so die so genannten „Super-Spreader“ schnell identifizieren und unmittelbar Gegenmaßnahmen einleiten zu können.

Wesenltiche Voraussetzungen

1. Digitale Kontaktnachverfolgung mittels Luca-App

2. Konsequentes Einhalten der Hygiene-Konzepte

3. Intensivere Kontrollen

4. Regelmäßige Testung der Mitarbeiter

5. Nachweis eines negativen Testergebnisses

6. Idealerweise Impfnachweis

7. Orientierung am Inzidenzwert vom Land

Helgoland steht durch seine Lage rund 40 Kilometer vor der Küste völlig losgelöst vom Kreis Pinneberg, dies sollte bei der Entwicklung des Inzidenzwertes berücksichtigt werden. Direkte Kontakte gibt es nur zwischen dem Landkreis Cuxhaven, der Hansestadt Hamburg und dem Kreis Dithmarschen. Maßgeblich sollte daher für Helgoland der Inzidenzwert des Landes Schleswig-Holstein sein.

Was auf Helgoland und auf den anderen Inseln und in vielen Tourismushochburgen nicht geht, sind branchenspezifische Teilöffnungen. Wenn z. B. nur die Gastronomie öffnen darf, dann fehlen die Gäste. Nur von den Einheimischen ist ein rentables Auskommen nicht möglich. Das gilt ebenso für den Handel.

Eine Unterscheidung zwischen Tages- und Urlaubsgast macht auch keinen Sinn. Die Tagesgäste Helgolands sind die Urlaubsgäste in den Hafenorten auf dem Festland. Es wäre schon schwer nachvollziehbar, wenn die Gäste in dem einen Ort Urlaub machen, aber nicht nach Helgoland fahren dürfen. Die Anreisekapazitäten sind ohnehin eingeschränkt. Ein unkontrollierter Tagestourismus, der im letzten Sommer in vielen Festlandsorten zu Problemen geführt hat, kann auf Helgoland nicht stattfinden. Ein annähernd rentabler Schiffsbetrieb ist für die Reedereien nur mit beiden Gästegruppen gleichermaßen möglich.

Letztendlich gilt: Entweder man öffnet die Insel oder man lässt es. Dann geht aber die wirtschaftliche Förderung der Betriebe weiter, und die müsste auf ein dauerhaft sicherndes Maß angepasst werden

Hand in Hand für Helgoland
Der Vorstand
Wirtschaftsforum Helgoland e.V.

Helgoländer Fahrplan zum Ende des Lockdown